Tierwohl bewerten

Seit 2002 ist der Tierschutz in das Deutsche Grundgesetz aufgenommen (Artikel 20a). Infolge der Intensivierung der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung und mit zunehmendem medialen und gesellschaftlichem Interesse rückten Fragen des Tierschutzes auch in der Nutztierhaltung in den Fokus. Das KTBL begleitet diesen Diskurs bereits lange, wie die Veröffentlichungen 377 "Beurteilung der Tiergerechtheit von Haltungssystemen" (1998) und 446 "Nationaler Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren" (2006) zeigen. Hierbei stand jeweils eine ganzheitliche Betrachtung von Tierwohl im Kontext mit Umweltschutz und Wirtschaftlichkeit im Vordergrund.

In Projekten wie EiKoTiGer und NatiMon erarbeitet das KTBL derzeit zusammen mit verschiedenen Partnern die Grundlagen dafür, wie sich das Tierwohl auf einzelbetrieblicher bzw. auf nationaler Ebene beschreiben lässt. Diese Quantifizierung stellt eine Voraussetzung für eine kontinuierliche Verbesserung der Haltung hinsichtlich Tiergerechtheit dar. Seit 2014 sind Tierhalter gemäß Tierschutzgesetz § 11 (8) zu einer betrieblichen Eigenkontrolle verpflichtet. Mit dieser Gesetzesänderung wurden "Tierschutzindikatoren" ins Zentrum der Aufmerksamkeit gerückt.

Online-Schulung Tierschutzindikatoren

Sie möchten selbst Tierschutzindikatoren aus dem "Leitfaden für die Praxis – Rind", "– Schwein" sowie "– Geflügel" erheben? Dann empfehlen wir Ihnen die Nutzung unserer maßgeschneiderten Online-Schulung.

In dieser Online-Schulung lernen Sie die Tierschutzindikatoren der KTBL-Leitfäden für die Tierarten Rind, Schwein, Huhn oder Pute kennen und erfahren, wie Sie diese im Praxisalltag für die betriebliche Eigenkontrolle nutzen können. Anschließend können Sie Ihre erworbenen Kenntnisse für die jeweilige Produktionsrichtung anhand von Fotos und Videos in einem Online-Test prüfen und sich – je nach Ergebnis – ein Zertifikat ausstellen lassen.

Die Schulung wurde im Rahmen des Projektes EiKoTiGer gemeinsam von Thünen-Institut, Friedrich-Loeffler-Institut, Universität Kassel und KTBL erarbeitet.

Sie ist angepasst an die 2020 erschienene 2. Auflage der Leitfäden und steht kostenfrei zur Verfügung.

 Zur Schulung


Betriebliche Eigenkontrolle

Das Tierschutzgesetz (TierSchG) fordert in Paragraph 2, dass Tiere angemessen ernährt, gepflegt und verhaltensgerecht untergebracht werden müssen; die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung darf nicht einschränkt sein darf, sodass ihm keine Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Die seit 2014 gemäß Tierschutzgesetz (§ 11, 8) vorgeschriebene "betriebliche Eigenkontrolle" fordert, dass jeder Tierhalter geeignete tierbezogene Merkmale (Tierschutzindikatoren) erheben und bewerten soll. Wer Nutztiere zu Erwerbszwecken hält, hat dadurch sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 TierSchG eingehalten werden. Diese betriebliche Eigenkontrolle zielt auf eine höhere Eigenverantwortung des Halters für das Wohlbefinden der Tiere ab.

Genauere Informationen zur Messung von Tierwohl, den gesetzlichen Vorgaben und den Chancen einer betrieblichen Eigenkontrolle sind in einem Artikel zusammengefasst. Darüber hinaus stellt er die KTBL-Aktivitäten, die KTBL-Praxisleitfäden "Tierschutzindikatoren" und weitere Werkzeuge vor.

Eigenkontrolle Tierwohl (PDF, 2 MB)


Tierschutzindikatoren Milchkühe

Zur Beurteilung der Tiergerechtheit benötigen Tierhalter Indikatoren, also Messgrößen, die sich unter den Bedingungen der Praxis und mit vertretbarem Aufwand erheben lassen. Auf welche Tierschutzprobleme in der Milchviehhaltung besonders geachtet werden muss und wie sich das Tierwohl der Milchrinder messen lässt, erfahren Sie im folgenden Beitrag.

 Tierschutzindikatoren Milchrinder


Tierschutzindikatoren Aufzuchtkälber

Ob es den Kälbern gut geht, sieht der Profi auf den ersten Blick. Trotzdem ist es sinnvoll, regelmäßig gezielt und systematisch nachzuprüfen, wie tiergerecht die Kälberaufzucht ist.

 Tierschutzindikatoren Aufzuchtkälber (bis 6 Monate)


Tierschutzindikatoren Mastrinder

Warum sollte man das Tierwohl im eigenen Mastrinderbestand erheben? Vor allem, um Entscheidungshilfen für das eigene betriebliche Management zu bekommen. Daneben kann es auch ein Beitrag zur Versachlichung der Diskussion um das Tierwohl in der Rindermast sein.

 Tierschutzindikatoren Mastrinder (ab 150 kg)


Tierschutzindikatoren Sauen und Saugferkel

Um die Tierwohlsituation im eigenen Bestand regelmäßig einschätzen und Entwicklungen verfolgen zu können, benötigen Sauenhalter bzw. Ferkelerzeuger Indikatoren, die sich unter den Bedingungen der Praxis mit vertretbarem Aufwand erheben lassen. Dazu wurden Indikatoren zusammengestellt, mit denen sich die in der Praxis bedeutendsten Tierschutzprobleme identifizieren bzw. verhindern lassen.

 Tierschutzindikatoren Sauen und Saugferkel


Tierschutzindikatoren Aufzuchtferkel und Mastschweine

Das Tierwohl im eigenen Mastschweinebestand zu messen ist sinnvoll. Denn was der Tierhalter messen kann, kann er auch gezielter lenken. Eine systematische Überprüfung anhand geeigneter Tierschutzindikatoren bringt ihm Entscheidungshilfe fürs eigene betriebliche Management.

 Tierschutzindikatoren Aufzuchtferkel und Mastschweine
 


Tierschutzindikatoren Jung-/Legehennen

Die deutsche Geflügelwirtschaft macht sich laut Geflügelcharta Tierwohl und Tiergesundheit zur zentralen Aufgabe. Im Hinblick auf das Tierwohl ist es sinnvoll, regelmäßig gezielt und systematisch nachzuprüfen, wie tiergerecht die Haltung im eigenen Legehennenbetrieb ist.

 Tierschutzindikatoren Jung- und Legehennen


Tierschutzindikatoren Masthühner

Zur Wahrnehmung der Verantwortung der Masthühnerhalter für ihre Herden gehört eine regelmäßige Einschätzung der Tierwohlsituation im eigenen Bestand. Hierfür benötigen sie Messgrößen, die für die Hühnermast geeignet sind und sich unter den Bedingungen der Praxis mit vertretbarem Aufwand erheben lassen.

 Tierschutzindikatoren Masthühner


Tierschutzindikatoren Aufzucht-/Mastputen

Das Tierwohl im eigenen Mastputenbestand zu "messen", liefert Entscheidungshilfen für das eigene betriebliche Management. Außerdem kann es die Diskussion um das Tierwohl in der Putenmast versachlichen. Welche Tierschutzindikatoren sind dabei sinnvoll für die Praxis?

 Tierschutzindikatoren Mastputen

Werkzeug zur Erhebung von Tierschutzindikatoren

Mit der Excel-Anwendung für Windows können Tierschutzindikatoren gemäß den Methoden der KTBL-Praxisleitfäden (2., aktualisierte Auflage) erhoben, verrechnet und dokumentiert werden. In den maßgeschneiderten, auch ausdruckbaren, Formularen können Nutztierhalter die Tierschutzindikatoren in ihrem Betrieb erheben. Die Anwendung errechnet die Ergebnisse automatisiert und fasst diese übersichtlich zusammen.

Tierschutzindikatoren-Erhebung (Excel-Datei, 1,6 MB) für Microsoft Excel® für Windows (jünger als Version 2007). Erläuterung zur Excel-Datei gibt das FAQ-Papier (PDF, 1 MB).

Als Alternative zur Excel-Anwendung können Sie auch Datenerhebungsformulare (PDF) zum Ausfüllen per Stift nutzen: Milchkuh (120 kB), Aufzuchtkalb (96 kB), Mastrind (106 kB), Sau/Saugferkel (97 kB), Aufzuchtferkel/Mastschwein (86 kB), Jung- /Legehenne (92 kB), Masthuhn (80 kB), Mastpute (80 kB).

Die im Projekt EiKoTiGer geplante Entwicklung einer App konnte mit den Kapazitäten des Projektes nicht zur Marktreife gebracht werden. Die entwickelten Komponenten stehen für Dritte zur weiteren Nutzung zur Verfügung. Interessenten wenden sich bitte an das KTBL.

Orientierungsrahmen mit Ziel- und Alarmwerten

Neben aussagefähigen Tierschutzindikatoren und praxistauglichen Erhebungsmethoden sind für die betriebliche Eigenkontrolle der Tierwohlsituation auf landwirtschaftlichen Betrieben auch Ziel- und Alarmwerte zur Einordnung der Indikatorenergebnisse erforderlich.
Mit diesen Orientierungswerten kann eingeschätzt werden, ob sich die Situation je Indikator im "grünen Bereich" befindet oder ob kurz- bzw. mittelfristig Handlungsbedarf zur Verbesserung der betrieblichen Tierwohlsituation besteht. Für Rinder, Schweine und Geflügel können Sie die Ziel- und Alarmwerte hier herunterladen und erfahren, wie diese festgelegt wurden.

KTBL-TI: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Milchkühe (PDF, 1,7 MB)
KTBL-TI: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Mastrinder (PDF, 2,6 MB)
KTBL-TI: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Aufzuchtkälber (PDF, 2,5 MB)
KTBL-FLI: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Sauen und Saugferkel (PDF, 1,1 MB)
KTBL-FLI:Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Aufzuchtferkel und Mastschweine (PDF, 1,2 MB)
KTBL-Uni Kassel: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Legehennen (PDF, 1,3 MB)
KTBL-Uni Kassel: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Masthühner (PDF, 1,4 MB)
KTBL-Uni Kassel: Tierschutzindikatoren. Ziel- und Alarmwerte für Mastputen (PDF, 1,1 MB)

Ausführlichere Informationen zum Zustandekommen der Ziel- und Alarmwerte (PDF, 1 MB)


Projekt "EiKoTiGer"

Im Projekt "Eigenkontrolle Tiergerechtheit" (EiKoTiGer) sollten die Voraussetzungen für eine breite Anwendung der KTBL-Tierschutzindikatoren in der Praxis geschaffen werden. In dem im März 2017 gestarteten Projekt wurde auf 120 Praxisbetrieben untersucht, ob die ausgewählten, in den KTBL-Leitfäden beschriebenen Tierschutzindikatoren für betriebliche Eigenkontrollen praktikabel sind. Unterstützend wurden Schulungsmaterialien (Vor-Ort- sowie Online-Schulung), die Grundlagen für eine App zur Erhebung und Bewertung der Daten sowie ein Orientierungsrahmen mit Ziel- und Alarmwerten für die Unterstützung der Tierhalter bei der eigenen Datenbewertung erarbeitet.

 Projektseite EiKoTiGer


Projekt "NaTiMon"

Ziel des interdisziplinären Projektes "Nationales Tierwohl-Monitoring" ist es, Grundlagen für ein regelmäßiges, indikatorengestütztes Monitoring zu erarbeiten, die in eine Berichterstattung über das Tierwohl in der Nutztierhaltung in Deutschland münden und Veränderungen über die Zeit deutlich machen. Für die Bereiche Haltung, Transport und Schlachtung werden geeignete tier-, management- und ressourcenbezogene Indikatoren für die wichtigsten Nutztiere Rinder, Schweine, Geflügel sowie Forellen und Karpfen aus Aquakultur ausgewählt und erprobt.

 Projektseite NaTiMon

Literaturdatenbank Tierwohlindikatoren

Welche Indikatoren stehen zur Bewertung des Tierwohls zur Verfügung? Die Web-Anwendung "Literaturdatenbank Tierwohlindikatoren" beinhaltet Indikatoren aus den Bereichen Haltung, Transport und Schlachtung von landwirtschaftlichen Nutztieren.

Für Rinder, Schweine, Hühner und Puten sowie Regenbogenforellen und Karpfen aus der Aquakultur können Nutzerinnen und Nutzer mehr als 2.000 Tierwohlindikatoren filtern und ausführliche Beschreibungen in Form von Steckbriefen herunterladen. Jeder Steckbrief beinhaltet neben einer Kurzbeschreibung des Indikators auch den von ihm adressierten Tierwohlaspekt: "Warum wird er erfasst?". Informationen zur Erhebungsmethode, der Datenlage in Deutschland und, sofern keine Daten vorhanden sind, Empfehlungen zu Datenerhebungen vervollständigen das Bild.

Die Anwendung wurde im Rahmen des Projektes "Nationales Tierwohl-Monitoring" (NaTiMon) erstellt, Informationen zum Projekt finden Sie unter www.nationales-tierwohl-monitoring.de.

 Anwendung aufrufen

3-D-Kuh online

Hier handelt es sich um eine spielerische Simulation der Erhebung von vier exemplarischen tierbezogenen Indikatoren an einer Kuh. Der Nutzer kann die Ausprägung der Indikatoren darstellen und erhält Informationen zu Auswirkungen von ungünstigen Situationen auf das Tierwohl und mögliche Ursachen hierfür. Die Anwendung wurde erstellt, um den Besuchern von Messen die Arbeit des KTBL, insbesondere hinsichtlich Tierschutzindikatoren, zu veranschaulichen.

 Web-Anwendung: 3-D-Kuh

Nationaler Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren

Der "Nationale Bewertungsrahmen Tierhaltungsverfahren" beschreibt und bewertet über 100 Haltungsverfahren für Rinder, Schweine, Hühner und Puten hinsichtlich der Umweltwirkungen und der Tiergerechtheit. Die Ergebnisse liefern, abhängig vom Haltungsverfahren, Hinweise zu risikomindernden Maßnahmen zur Tiergerechtheit, zum Emissionspotenzial sowie zu Emissionsminderungsmöglichkeiten für Schadgase und Nährstoffeinträge in den Boden. Die Haltungsverfahren können somit im Hinblick auf Tiergerechtheit und Umweltwirkungen mit abgestimmten Indikatoren vergleichend bewertet werden.

 Web-Anwendung aufrufen

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Seit Anfang der Siebzigerjahre des letzten Jahrhunderts führt die Deutsche Veterinärmedizinische Gesellschaft e.V. (DVG) jährlich eine Tagung in Freiburg im Breisgau durch. Auf der Tagung werden die neuesten Erkenntnisse in der Verhaltensbiologie der Tiere vorgestellt. Der dazugehörige Tagungsband "Aktuelle Arbeiten zur artgerechten Nutztierhaltung" wird vom KTBL veröffentlicht und kann kostenfrei downgeloaded werden.

 Alle Tagungsbände
 Erfüllungsaufwand Kastenstandsurteil – eine Kostenermittlung
 Ökonomische Bewertung ausgewählter Tierwohlmaßnahmen in der Schweinehaltung aus einzelbetrieblicher Sicht
 Indikatoren für die betriebliche Eigenkontrolle auf Tiergerechtheit – Beispiel Milchkühe
 Tierwohl messen im Nutztierbestand – Leitfäden für die betriebliche Eigenkontrolle

 

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Die Praxisleitfäden „Tierschutzindikatoren“ für Rind, Schwein und Geflügel mit Steckbriefaufbau, Fototabellen, stabiler Ringbindung im A4-Format und abwaschbaren Seitenoberflächen sind für je 18 Euro im Shop erhältlich:
 Praxisleitfaden Rind |  Praxisleitfaden Schwein |  Praxisleitfaden Geflügel
Die Leitfäden wurden nach einem Test auf Praxisbetrieben überarbeitet und liegen in 2., aktualisierter Auflage vor.

 Tierschutzindikatoren – Vorschläge für die betriebliche Eigenkontrolle (Schrift 507)


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