Tierhaltung – wohin führt der Weg?

Rückblick auf die KTBL-Tage am 24. und 25. März 2026 in Bamberg

Mit über 200 Teilnehmerinnen und Teilnehmern waren die KTBL-Tage in Bamberg restlos ausgebucht. Die Veranstaltung, die mit dem Thema «Tierhaltung – wohin führt der Weg?» überschrieben war, stieß auf großes Interesse aus Fachkreisen. Während die Vorträge fundierte Einblicke in die komplexen Zusammenhänge boten, die die Weiterentwicklung der Tierhaltung in Deutschland prägen werden, setzten die lebendig geführten Diskussionsrunden wichtige Impulse für den weiteren fachlichen Austausch.

Tierwohl und Klimaschutz stärken und die Wettbewerbsfähigkeit erhalten
Bereits im Grußwort des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) unterstrich Dr. Steffen Beerbaum, Leiter des Referats „Digitalisierung in der Landwirtschaft“ die zentrale Bedeutung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen für die Weiterentwicklung der Nutztierhaltung: „Wir unterstützen Landwirte bei Investitionen in die tiergerechte Haltung und setzen uns für verlässliche Rahmenbedingungen und Planungssicherheit in der Nutztierhaltung ein.“ Da die Landwirtschaft rund 8 % der gesamten deutschen Treibhausgasemissionen verursacht, kommt ihr eine bedeutende Rolle zur Erreichung der Klimaziele zu. Die erforderlichen Minderungsstrategien können jedoch nur dann erfolgreich sein, wenn sie nachweislich ökologisch wirksam und ökonomisch tragfähig sind.

Die Klimaziele als Wegmarke für die Tierhaltung
Die Milchviehhaltung steht aufgrund der Methanemissionen und der Landnutzung im Mittelpunkt der Diskussion um die Klimawirkungen der Landwirtschaft und mögliche Minderungsstrategien. Der Blick allein auf die Bemessung des Carbon Footprints reicht jedoch nicht aus, da er komplexe Zusammenhänge der Tierhaltung – etwa Nährstoffkreisläufe, Biodiversität, Flächennutzung – nur unzureichend abbildet. Verschiedene Bilanzierungsansätze zeigten, dass transparente und vergleichbare Bewertungsgrundlagen entscheidend sind. Wie eine Klimabilanzierung erfolgreich auf Betriebsebene eingesetzt werden kann, veranschaulichte das Beispiel eines niedersächsischen Milchviehbetriebs.

Standortfragen bestimmen den Kurs
In wenigen Monaten wird die EU-Kommission im Rahmen der Industrieemissionsrichtlinie (IED) neue Betriebsvorschriften für tierhaltende Betriebe in der Intensivtierhaltung erlassen. Für die Schweine- und Geflügelhaltung werden dann auch neue Emissionswerte und Tierplatzzahlen gelten. Standortfragen gewinnen weiter an Gewicht. Besonders frei belüftete Ställe erfordern aufgrund der Anforderungen an Ammoniak- und Geruchsemissionen eine sorgfältige Standortwahl. Wichtig für das Betreiben dieser sogenannten Tierwohlställe sind neben dem Standort auch das Management. Dies konnte eindrucksvoll am Beispiel eines schweinehaltenden Betriebs dargestellt werden. Zugleich bleibt die Genehmigungspraxis eine zentrale Herausforderung. Diskutiert wurden Ansätze zur Vereinfachung von Verfahren, um Tierwohlumbauten schneller und rechtssicher umzusetzen.

Wandel zur Nachhaltigkeit und neue Vermarktungswege
Damit Agrar- und Ernährungssysteme den Herausforderungen von morgen standhalten, sind neue Wege gefragt – von der nachhaltigen Produktion über differenzierte Vermarktungsstrategien bis hin zu vielfältigen betrieblichen Konzepten. In diesem Umfeld können gut eingeführte Label eine gewisse Lenkungswirkung entfalten. Vermarktungskonzepte in regionalen Wertschöpfungsketten erweisen sich als weiteren vielversprechenden Weg, da sie Transparenz schaffen und die Verbindung zwischen Erzeugung und Verbrauch stärken.

In der Schlussbetrachtung betonte Prof. Dr. Nicole Kemper, die Präsidentin des KTBL, dass es vor allem darauf ankommt, das bereits umfangreiche Wissen wirksam in die Breite zu überführen – durch zielgruppengerechte Kommunikation und integrative Ansätze, die den Austausch zwischen den Akteuren in der Landwirtschaft stärken.

Die Tagungsunterlagen sind kostenfrei abrufbar unter https://www.ktbl.de/ktbl-tage.

Presse-Information 1. April 2026 als DOCX-Datei.
Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) Bartningstraße 49, 64289 Darmstadt, www.ktbl.de
Kontakt: Andrea Trinoga, Telefon: 06151 7001-125, E-Mail: a.trinoga(at)ktbl(dot)de | V.i.S.d.P.: Daniel Eberz-Eder