Der Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen" stellt seit Anfang der 1970er-Jahre zukunftsweisende landwirtschaftliche Gebäude heraus. Im Auftrag des Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sucht das KTBL für diesen Zweck gemeinsam mit den Bundesländern alle zwei Jahre prämierungswürdige Lösungen zu aktuellen Fragen beim landwirtschaftlichen Bauen.
2025 möchte das BMLEH Betriebe herausstellen, die ihre Tierhaltung umgebaut haben, indem sie durch den Umbau einer Stallanlage oder den Neubau ein Mehr an Tierwohl geschaffen haben. Die Stallanlage soll in ein schlüssiges Betriebskonzept integriert und ein tragender Baustein für die zukunftsweisende Entwicklung des gesamten Betriebes sein. Umweltaspekte, die Wirtschaftlichkeit des Gesamtbetriebes wie auch der eingereichten Stallanlage, das Biosicherheitskonzept des Betriebes, Öffentlichkeitsarbeit, arbeitswirtschaftliche Aspekte, die innovative Lösung und Nutzung von Digitalisierung etc. spielen bei der Gesamtbewertung ebenfalls eine Rolle.
Teilnehmen können Betriebe, die Rinder, Schweine, Geflügel, Schafe oder Ziegen im Rahmen einer landwirtschaftlichen Nutztierhaltung halten.
Tierhaltungsbetriebe mit Zukunft zeichnen sich dadurch aus, dass die Tiere die art- und umweltgerecht gehalten werden und die Technik die Arbeit der Tierhalterinnen und Tierhalter unterstützt. Dabei ist es wichtig, sich den veränderten Anforderungen anzupassen. Die tiergerechtere Haltung spielt im gesellschaftspolitischen Diskurs nach wie vor eine wichtige Rolle. Auch der Lebensmitteleinzelhandel fordert zunehmend Haltungsformen mit höheren Ansprüchen an Tiergerechtigkeit mit entsprechenden Preisanreizen. Auch immer mehr Landwirtinnen und Landwirte wollen nach eigenen Angaben in einen Umbau ihrer Ställe für mehr Tierwohl investieren.
Diese Entwicklungen verdeutlichen ein wachsendes Bewusstsein und Engagement für Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft. Der Neu- oder Umbau von Ställen mit hohen Tierwohlstandards trägt wesentlich dazu bei, den heimischen Betrieb und die heimischen Produktionsbedingungen mit der Erhöhung des Tierwohls fit für die Zukunft zu machen.
Praktikable und innovative Stallbaulösungen können für Betriebe, die ihre Tierhaltung verbessern möchten, als Vorbild und Ideenquelle dienen. Mit dem Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen" sollen innovative Ställe mit mehr Platz, zusätzlichem Beschäftigungsmaterial, mehr Außenklima, Weidezugang usw. gefunden werden.
Der Fokus im Wettbewerb liegt auf der Verbesserung der ursprünglichen Haltungsbedingungen hin zu einem bessern Tierwohl.
Bewerbungsschluss für den aktuellen Bundeswettbewerb "Landwirtschaftliches Bauen" war am 27. Februar.
Nach Einsendeschluss treffen Vertreterinnen und Vertreter des jeweiligen Bundeslandes eine Vorauswahl der eingereichten Unterlagen. Anschließend wählt eine vom BMLEH eingesetzte Jury aus den verbliebenen Einsendungen die besten aus und bewertet diese bei einer Besichtigung vor Ort.
Die Jury schlägt dem BMLEH die Siegerkonzepte vor. Die endgültige Entscheidung trifft das BMLEH. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die Preisträgerinnen und Preisträger und deren zukunftsweisende Stallanlage werden in einem Festakt in Berlin gewürdigt.
Die Ergebnisse des Wettbewerbs und prämierten Stallbaulösungen werden in einer BMLEH-KTBL-Schrift vorgestellt. Von den Siegerbetrieben werden Videokurzporträts aufgenommen, welche dann über verschiedene Kanäle der interessierten Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.
Der aktuelle Wettbewerb ist mit insgesamt 30.000 € dotiert; im Einzelfall winken Preisgelder bis 7.500 €.
Bei dem Preisgeld handelt es sich um eine De-minimis-Beihilfe nach der Verordnung (EU) Nr. 2024/3118 der Kommission vom 10.12.2024.
Neben einem Preisgeld und einer Urkunde bekommen die Siegerbetriebe eine hochwertige Stallplakette verliehen.
Zudem winkt eine Reise nach Berlin, wo im Dezember 2026 die Preisträgerinnen und Preisträger im festlichen Rahmen vom BMLEH ausgezeichnet werden.
Die vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) eingesetzte, unabhängige Jury (Prüfungs- und Bewertungskommission des Bundes), legt die Teilnahmebedingungen und Bewertungskriterien fest. Sie begleitet den Bundeswettbewerb fachlich, sondiert besonders gelungene Lösungen und spricht dem BMLEH eine Empfehlung für deren Auszeichnung aus.
Die Jury ist interdisziplinär zusammengesetzt und besteht aus ehrenamtlich tätigen Vertreterinnen und Vertretern der Praxis, Beratung und Wissenschaft aus dem gesamten Bundesgebiet. Der Vorsitz wird vom BMLEH gestellt. Die Geschäftsführung obliegt der KTBL-Geschäftsstelle.
Dr. Kerstin Barth, Johann Heinrich von Thünen-Institut, Westerau
Ruth Beverborg, Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Oldenburg
Prof. Dr. Clemens Fuchs, Hochschule Neubrandenburg, Neubrandenburg
Dieter Goertz (Vorsitzender), Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat, Bonn
Dr. Jan Harms, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Grub
Dr. Kathrin Huesmann (Geschäftsführerin), Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft, Darmstadt
Fides Marie Lenz, Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen, Lippstadt
Cord Lilie, Stemwede
Andreas Lindenberg, Lindenberg-Ingenieurbüro für Bauplanung und Projektleitung, Holle
Jochen Simon, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising
Dr. Birgit Spindler, Tierärztliche Hochschule, Hannover
Prof. Dr. Martin Ziron, Fachhochschule Südwestfalen, Soest
KTBL-Mitarbeitende
Dr. Kathrin Huesmann
Das Vorhaben wird im Auftrag des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) vom KTBL durchgeführt (Förderkennzeichen: 28N423XG00).
Änderungsdatum: 04.03.2026