Arbeitsgemeinschaft Emissionen und Klimaschutz

Die Arbeitsgemeinschaft bewertet und beschreibt mit ihren Arbeitsgruppen Maßnahmen und Techniken zur Minderung von Emissionen und umweltbelastenden Nährstoffausträgen aus der Landwirtschaft hinsichtlich ihrer Umsetzbarkeit, Wirkung und Kosten. Grundlagen für Emissionsinventare sowie Berechnungsmodelle für Stoffflüsse und Emissionen in landwirtschaftlichen Systemenwerden weiterentwickelt. Sie unterstützt die Politik durch Mitarbeit in nationalen und internationalen Gremien und fördert die Umsetzung von emissionsmindernden Maßnahmen in der Praxis.

Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft

Dr. B. AmonLeibniz Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V., Potsdam
Prof. Dr. H. Flessa (Vorsitz)Thünen-Institut, Braunschweig
Dr. G. GaillardAgroscope Tänikon, Zürich (Schweiz)
Dr. E. GallmannUniversität Hohenheim, Stuttgart
Prof. Dr. M. HofmannHochschule Weihenstephan-Triesdorf, Freising
A. LasarLandwirtschaftskammer Niedersachsen, Oldenburg
Dr. L. LeibleKarlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe
B. OsterburgThünen-Institut, Braunschweig
Dr. J. Kalisch (BMEL-Vertreter)Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bonn
I. Bayer (BMEL-Vertreter)Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, Bonn
Dr. S. WulfKTBL, Darmstadt

 

Laufende Projekte des Arbeitsschwerpunktes

Arbeitsgruppe „Gasdichte Güllelagerung“
Stoffstrommodelle für Tierhaltung und Pflanzenbau
Heft zur guten fachlichen Praxis der Minderung von Ammoniakemissionen
Ermittlung von Emissionsdaten für die Beurteilung der Umweltwirkungen der Nutztierhaltung – EmiDaT
Erstellung von Emissionsinventaren für Stickstoff und Kohlenstoff aus der deutschen Landwirtschaft 2017/2020
Aufbereitung von Gülle mit zielgerichteter und ressourceneffizienter Wertstoffrückgewinnung – Wissenschaftliches Begleitprogramm


Arbeitsgruppe „Gasdichte Güllelagerung“

Viele bestehende Güllelagerstätten sind offen ausgeführt bzw. nicht gasdicht abgedeckt. Während für Ammoniak verschiedene, z.T. vergleichsweise kostengünstige Optionen zur Minderung der Emissionen aus der Güllelagerung bestehen, können Methanemissionen nur durch eine gasdichte Abdeckung zurückgehalten werden. Jedoch muss das entstandene Gas anschließend energetisch genutzt oder z.B. über eine Fackel verbrannt werden, um Methan in das weit weniger wirksame CO2 umzuwandeln. Derzeit wird die gasdichte Nachrüstung von Güllebehältern ohne energetische Nutzung als mögliche Klimaschutzmaßnahme für den Sektor Landwirtschaft diskutiert.

Allerdings ergeben sich in diesem Zusammenhang eine Reihe von Fragen zur technischen Umsetzbarkeit, sowie bezüglich der Anlagensicherheit oder möglicher genehmigungsrechtlicher Auflagen. Diese Punkte sollen in einer Ad-hoc-Arbeitsgruppe beurteilt werden.

Projektende: 31.03.2020
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: U. Roth


Stoffstrommodelle für Tierhaltung und Pflanzenbau

Die Flüsse von Stickstoff, Phosphor und Kohlenstoff sollen für ausgewählte Produktionsverfahren des Pflanzenbaus und der Tierhaltung berechnet werden. Hierzu ist es notwendig eine geeignete Methodik zu entwickeln, anzuwenden bzw. anzupassen. Als Grundlage soll der „Berechnungsstandard für einzelbetrieblich Klimagasbilanzen" (BEK) dienen. Es werden Berechnungsmodelle bzw. Algorithmen aufgestellt, mit denen eine Berechnung und Verknüpfung verschiedener Produktionsverfahren möglich ist und aus denen Umwelteffekte (Emissionen) abgeleitet werden können. Ziel ist es auch, die Verknüpfung verschiedener Produktionsverfahren der Tierhaltung und des Pflanzenbaus zu einem Betriebsmodell zu ermöglichen.

Projektende: 31.12.2020
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: M. Schmehl


Heft zur guten fachlichen Praxis der Minderung von Ammoniakemissionen

Zur Umsetzung der Anforderungen des internationalen Luftreinhalteprotokolls der UN/ECE ist es erforderlich, dass jedes der unterzeichnenden Staaten einen Leitfaden zur guten fachlichen Praxis für die Minderung der NH3-Emissionen in der Landwirtschaft veröffentlicht und diesen in bestimmten Zeitabständen aktualisiert. Zielgruppen sind Landwirte, landwirtschaftliche Beratung und Administration.

Bereits 2003 ist auf der Grundlage der Arbeit einer gemeinsamen Arbeitsgruppe von UBA und KTBL ein Heft beim aid erschienen, in dem diese gute fachliche Praxis beschrieben wurde. Dieses Heft ist seit längerem vergriffen. Mit dem Erscheinen eines neuen "framework code of good agricultural practice" durch die internationalen Gremien des Luftreinhalteprotokolls ist Deutschland aufgerufen die Beschreibung der guten fachlichen Praxis zu überarbeiten und zu veröffentlichen.

Die Überarbeitung erfolgt durch eine gemeinsame Arbeitsgruppe von UBA und KTBL. Die Form und Zuständigkeit für die Veröffentlichung (wahrscheinlich als Heft) wird zwischen BMUB und BMEL nach Fertigstellung der Inhalte geklärt.

Planungsbeginn: 15.07.2017
Projektende: 31.12.2019
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: Dr. S. Wulf


Ermittlung von Emissionsdaten für die Beurteilung der Umweltwirkungen der Nutztierhaltung – EmiDaT

Drittmittelprojekt

Problemstellung:
Zur Verbesserung der nationalen und internationalen Emissionsberichterstattung über Luftreinhaltung und Klimaschutz benötigt die Bundesrepublik Deutschland Emissionsdaten. Die Daten werden für die Berechnung der Emissionen, zur Festlegung von Grenzwerten und zur Vermeidung und Minderung von Emissionen benötigt. Insbesondere fehlen Emissionsdaten zur Festlegung der Besten Verfügbaren Techniken (BVT) sowie zur Beurteilung des Emissionsverhaltens und der Umweltwirkung neuartiger innovativer Haltungsverfahren mit freier Lüftung und Auslauf. Die notwendige Datenbasis für Ammoniak, klimawirksame Gase, Partikel und Geruch ist ungenügend. Die verfügbaren Daten sind lückenhaft, meist nur unzureichend wissenschaftlich abgesichert und dokumentiert sowie hinsichtlich verschiedener Produktionsstufen und Haltungsverfahren zu wenig differenziert.

Projektziel:
In dem Projekt werden für Milchkühe und Mastschweine systematisch Emissionsdaten erhoben. Die repräsentative Datenerhebung erfolgt mit abgestimmten Methoden zur Messung und Dokumentation. Mit den Daten lassen sich besonders umweltfreundliche Verfahren identifizieren und Emissionen sowie Minderungspotenziale quantifizieren.

Produkte:
Über Fortschritte und Ergebnisse des Projektes wird dem Drittmittelgeber in einer Berichtsreihe aus Zwischen- und Endberichten berichtet.
Für die Dokumentation und Pflege von Emissionsdaten wird eine Oracle-gestützte KTBL-Datenbank erstellt. ­
Mithilfe einer IT-Anwendung können die Emissionsdaten der gemessenen Haltungsverfahren online abgerufen werden.

Planungsbeginn: 03.08.2011
Projektende: 30.09.2019 (Verlängerung beantragt)
Drittmittel: 184.024 € (KTBL-Anteil), Landwirtschaftliche Rentenbank
Mitglieder der Arbeitsgruppe:
Prof. Dr. T. Amon, Leibniz-Institut für Agrartechnik Potsdam-Bornim e. V., Potsdam
S. Linke, Thünen Institut, Agrartechnologie, Braunschweig
S. Gäckler, DLG Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft e. V., Frankfurt am Main
Dr. E. Gallmann, Universität Hohenheim, Stuttgart
Prof. Dr. E. Hartung, Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, Kiel
T. Heidenreich, Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie, Köllitsch
Dr. S. Neser, Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft, Freising
Dr. N. Ogink, Universität Wageningen, Animal Science Group, Wageningen (Niederlande)
Dr. S. Schrade, Agroscope Tänikon, Ettenhausen (Schweiz) Dr. M. Trimborn, Universität Bonn, Bonn
Projektpartner: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung, Bonn, Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: Dr. B. Eurich-Menden


Erstellung von Emissionsinventaren für Stickstoff und Kohlenstoff aus der deutschen Landwirtschaft 2017/2020

Drittmittelprojekt

Problemstellung:
Mit der Unterzeichnung internationaler Vereinbarungen hat sich Deutschland verpflichtet, in regelmäßigem Turnus Bericht über die Emissionen klimawirksamer Gase und anderer Umwelt belastender Komponenten aller Verursacherbereiche einschließlich der Landwirtschaft zu erstatten. Die Berichterstattung unterliegt strengen Qualitätskriterien, deren Nichteinhaltung oder Nichterfüllung zu Sanktionen für die Bundesrepublik führen kann. Die Verantwortlichkeit für die Berichterstattung liegt beim Bundesministerium für Umwelt.

Projektziel:
Das KTBL und das Thünen-Institut (TI) tragen gemeinsam Datensätze zu Emissionen aus dem landwirtschaftlichen Sektor zusammen und bereiten sie für die unterschiedlichen Abkommen so vor, dass sie in die vorgegebenen Berichtsformate übernommen werden können. Spezifische Aufgaben des KTBL sind hierbei die Mitarbeit an Methodenanpassungen, die Bereitstellung von Informationen zur Verbreitung von statistisch nicht erfassten Produktionsverfahren sowie die Ableitung und Verifizierung von Emissionsfaktoren. Dies schließt die Mitarbeit in internationalen Gremien ein, in denen Methoden der Emissionsberechnung sowie Maßnahmen diskutiert werden.

Produkt:
Die Ergebnisse werden im „Report zu Methoden und Daten (RMD) Berechnung der gas- und partikelförmigen Emissionen aus der Landwirtschaft seit 1990" in der jährliche Reihe "Thünen Report" des TI veröffentlicht.

Planungsbeginn: 01.11.2016
Projektende: 31.12.2020
Auftraggeber: Thünen-Institut, Braunschweig
Drittmittel: 800.000 € (KTBL-Anteil), Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft
Projektpartner: Prof. Dr. H. Flessa, Thünen-Institut, Braunschweig
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: Dr. S. Wulf


Aufbereitung von Gülle mit zielgerichteter und ressourceneffizienter Wert-stoffrückgewinnung – Wissenschaftliches Begleitprogramm

Drittmittelprojekt

Problemstellung:
In Regionen mit intensiver Tierhaltung und hoher Viehdichte ist eine effiziente Verwertung von Nährstoffen nur eingeschränkt möglich. Verfahren zur Aufbereitung von Gülle werden als eine Möglichkeit gesehen, Nährstoffe kostengünstig aus Regionen mit Nährstoffüberschüssen zu transportieren und vor allem in Ackerbauregionen effizient einzusetzen. Neben technisch einfachen Verfahren der Aufbereitung wie Eindickung oder Separierung gehören hierzu auch technisch aufwändige Verfahren der sogenannten Vollaufbereitung.

Die NDM Naturwertstoffe GmbH plant unter Beteiligung von derzeit 89 Landwirten aus dem Kreis Borken eine Gülleaufbereitungsanlage in der die örtlichen Nährstoffüberschüsse in transportfähige und handelbare Produkte verarbeitet werden sollen. Dieses Projekt wird aus dem Zweckvermögen des Bundes bei der Landwirtschaftlichen Rentenbank gefördert. Das Projekt soll eine ressourcenschonende, überregionale Verwertung der in der Gülle enthaltenden Nährstoffe ermöglichen. Regionale Nährstoffkreisläufe sollen so entlastet, Umweltbelastungen reduziert und in Regionen intensiver Tierhaltung die sachgerechte Verwertung von Gülle erleichtert werden.

Projektziel:
Die Gülleaufbereitungsanlage wird vom KTBL in einem eigenständigen Projekt wissenschaftlich begleitet. Es werden Stoffstrombilanzen und Kostengrößen erarbeitet, die einen Vergleich verschiedener Verfahrenskonzepte unter definierten Rahmenbedingungen zulassen. Mit Hilfe von verschiedenen Szenarien, die mögliche Entwicklungen in den regionalen und überregionalen Rahmenbedingungen abbilden, werden die Chancen und Risiken der Aufbereitung am konkreten Beispiel abgeschätzt. Ergänzende bzw. alternative Verfahren und Konzepte zur regionalen und überregionalen Verwertung von Wirtschaftsdüngern werden analysiert und damit das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Fragen seiner "Wirtschaftsdüngerstrategie" unterstützt.

Produkt:
In Zwischen- und Abschlussberichten liefert das KTBL dem Auftraggeber Entscheidungskriterien zur Beurteilung des Projekterfolges.

Planungsbeginn: 01.04.2016
Projektende: 14.01.2020
Drittmittel: 227.524 €, Landwirtschaftliche Rentenbank
Projektbetreuung in der Geschäftsstelle: Dr. S. Wulf