"Stall der Zukunft - Neue Konzepte für die Nutztierhaltung"

Das Kuratorium für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e. V. (KTBL) hat im Frühjahr 2016 in Kooperation mit der Bayerischen Landesanstalt für Landwirtschaft einen Ideenwettbewerb für Studierende der Architektur ausgelobt, an dem vier Hochschulen teilnahmen

  • TU Braunschweig (Prof. Almut Grüntuch-Ernst),
  • TU Kaiserslautern (Prof. Dirk Bayer und Prof. Stefan Birk),
  • TU München (Prof. Florian Nagler) und
  • Bauhaus-Universität Weimar (Prof. Rainer Gumpp).

Die Architekturlehrstühle widmeten sich im Sommersemester 2016 mit großem Engagement einem Thema, das zu den wenigen Bauaufgaben gehört, die in der Architektenausbildung eher selten vorkommen. Ein Thema noch dazu, das in der Öffentlichkeit überwiegend kritisch gesehen wird und auch medial mehr oder weniger negativ besetzt ist. Dafür gibt es vielfältige Gründe, einer ist die abnehmende Bindung der städtischen Bevölkerung zur Landwirtschaft. Gleichzeitig haben sich die Produktionsbedingungen grundlegend geändert. Ziel des Wettbewerbs war es, das Thema aus einem anderen Blickwinkel zu beleuchten und in einen neuen Kontext zu stellen.

Die Aufgabe

Als Entwurfsaufgabe standen drei Kategorien zur Auswahl: ein Stall für 150 Milchkühe, für 1.000 Mastschweine oder für 6.000 Legehennen. Die Studierenden konnten die Aufgabe alleine oder in Gruppen bearbeiten. Das Planungsgebiet umfasste die Flächen der Außenstelle des Lehr-, Versuchs- und Fachzentrums Achselschwang in der Nähe des Ammersees.

Bei der Konzeption der Aufgabenstellung orientierten wir uns an den Leitlinien, die der Wissenschaftliche Beirat für Agrarpolitik in seinem Gutachten vom April 2015 formuliert hat. Dementsprechend sollen alle Nutztiere Zugang zu verschiedenen Klimazonen (vorzugsweise Außenklima) haben. Ergänzt wird das Angebot durch unterschiedliche Funktionsbereiche mit verschiedenen Bodenbelägen sowie insgesamt ausreichend viel Platz.

Bei den Entwürfen sollten sich die Studierenden damit auseinandersetzen, wie Stallgebäude zu einer stärkeren Akzeptanz in der Gesellschaft beitragen könnten, z. B. durch Transparenz gegenüber der Öffentlichkeit und durch das Einfügen der Gebäude in die Landschaft.

Der Wettbewerb war mit 10.000 Euro dotiert, die freundlicherweise von der GHV Darmstadt, der Vereinigten Hagelversicherung VVaG, der Landwirtschaftlichen Rentenbank, der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen sowie der Vereinigten Tierversicherung Gesellschaft a.G. zur Verfügung gestellt wurden. Für einige Studierende war dieses Projekt auch die Abschlussarbeit. Hinzu kamen Ruhm und Ehre, die Ergebnisse auf den KTBL-Tagen 2017 vorzustellen.


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