2013 | W. Graf

Rodetechnik

Da Freilandgehölze überwiegend während der Vegetationsruhe gerodet und versendet werden, hilft eine größtmögliche Technisierung und Rationalisierung der Arbeitsabläufe, die Arbeitsspitzen im Herbst und Frühjahr zu brechen oder abzumildern. Durch den Technikeinsatz wird die schwere Arbeit erleichtert und der Versand beschleunigt. Damit wachsen Wirtschaftlichkeit und Konkurrenzfähigkeit des Betriebes.

Die Rodegeräte können in nicht selektive Geräte (Beetroder) und selektive Geräte (Ballenstecher) eingeteilt werden.

Beetroder mit Rüttelfunktion verfügen über ein Unterschneidemesser und Hebezinken. Diese Hebezinken können alle beweglich sein oder es befinden sich zwischen den starren Zinken auch bewegliche. Das Rüttelwerk oder das Rüttelsieb wird mechanisch oder hydraulisch angetrieben. Es gibt Modelle bei denen ein Teil des Rüttelwerkes beweglich ist und der andere Teil starr oder alle Teile angetrieben werden und sich gegeneinander bewegen. Bei einigen Geräten sind auch die Unterschneidemesser beweglich. Die Intensität der Bewegung der Rüttelsiebe, Rüttelwerke oder Messer kann an die Pflanzen oder an die betriebsinternen Arbeitsgänge angepasst werden. Die Pflanzen können entweder ausgeschüttelt auf der Oberfläche liegen oder teilweise mit Erde bedeckt bleiben (Wurzeln). Die Arbeitsgeschwindigkeit hängt vom Wurzelwerk ab.

Die Durchgangshöhe des Beetroders sollte mindestens 60 cm betragen. Es sind aber auch Geräte mit bis zu 110 cm Durchlasshöhe am Markt. Dies erfordert allerdings auch Traktoren mit entsprechend hoher Bodenfreiheit. Die Arbeitstiefe beträgt 5 bis 35 cm und ist durch höhenverstellbare Stützräder individuell auf den zu rodenden Pflanzenbestand einstellbar. Das geordnete Ablegen der Pflanzen nach dem Roden wird meist mit Leitblechen bewirkt.

Die Gruppe der leichten Beetroder erfordert Traktoren mit mindestens 40 kW Leistung. Diese Geräte sind für das Roden von Sämlingen und Jungpflanzen ausreichend. Neben dem Unterschneidemesser verfügen diese Geräte über Gabelzinken und kurze Rüttelwerke oder Rüttelsiebe. Einige Geräte dieser Gruppe erfordern eine Hydraulik der Kategorie II.

Zum Roden von Rosen, Zier- und Wildsträuchern werden stabilere Geräte mit längeren oder mehreren hintereinander angeordneten Rüttelrosten oder Rüttelsieben verwendet. Mit diesen ist ein beschädigungsfreies und sorgfältiges Ausschütteln auch von stark feinwurzelnden Pflanzen möglich. Diese Gruppe der schweren Beetroder erfordert Traktoren mit über 45 kW Leistung und eine Hydraulik der Kategorie II.

Neben den Geräten mit starren Unterschneidemessern gibt es auch solche mit schwingenden Messern oder Scharen. Die starren Varianten arbeiten relativ laufruhig. Die schwingenden Messer können starke Schwingungen auf den Traktor übertragen. Im Gegensatz zum Antrieb über Zapfwellen können hydraulische Antriebe diese Schwingungen verringern.

Ballenstecher sind bei der Rodung größerer Pflanzen ab 50 cm Ballendurchmesser, aber auch beim regelmäßigen Umstechen und Verpflanzen stärkerer Gehölze in der Baumschule ein unentbehrlicher Helfer. Seit 2000 sind auch Geräte zum maschinellen Stechen von Ballen ab 18 cm erhältlich. 


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