Tierschutzindikatoren Masthühner

Die deutsche Geflügelwirtschaft bekennt sich in ihrer Charta zum Prinzip der unternehmerischen Verantwortung für ihre Nutztiere. Zur Wahrnehmung dieser Verantwortung gehört eine Einschätzung der Tierwohlsituation im eigenen Bestand. Hierfür braucht es Indikatoren, also Messgrößen, die für die Hühnermast geeignet sind und sich unter den Bedingungen der Praxis mit vertretbarem Aufwand erheben lassen.

Geflügelhalter, Veterinäre, Berater und Wissenschaftler haben unter der Leitung des KTBL tierbezogene Indikatoren für Masthühner ausgewählt. Die Indikatoren sollen den Tierhalter bei der betrieblichen Schwachstellenanalyse und seinen Managementscheidungen unterstützen. Die Auswahl wurde problemorientiert getroffen: Im Rahmen von zwei KTBL-Expertenfachgesprächen wurden zunächst die Tierschutzprobleme identifiziert, die in der Praxis am bedeutendsten sind. Dann wurden die Indikatoren ausgewählt, mit denen der Tierhalter zuverlässig feststellen kann, inwieweit diese Tierschutzprobleme auch in seinem Betrieb auftreten. Mehr zu den einzelnen Indikatoren erfahren Sie in der Tabelle und den Steckbriefen für Masthühner (PDF, 1 MB).

Tabelle 1: Indikatoren zur Erfassung möglicher Tierschutzprobleme – Produktionsrichtung Masthühner (Zapf et al. 2015, modifiziert nach Knierim et al. 2016) 

Mögliche TierschutzproblemeIndikator
Eingeschränkte GehfähigkeitLahmheit
Entzündliche HautveränderungenFersenhöckerveränderungen
Fußballenveränderungen
Brusthautveränderungen
HautkratzerTiefe Dermatitis (aus Verwürfen)
Erhöhte ErkrankungsrateArzneimitteleinsatz
Verwürfe und Ursachen
Schlechter ErnährungszustandGewichtsentwicklung und Uniformität
(ggf. Anteil abgemagerter bzw. dehydrierter Tiere, aus Verwürfe und Ursachen, s.o.)
Unzureichende WasserversorgungWasserverbrauch
Erhöhte MortalitätTierverluste
Schmerzen und Schäden durch Fangen/TransportVerletzte und tot angelieferte Tiere (Schlachthof)

Die empfohlenen Indikatoren stammen aus der KTBL-Veröffentlichung "Tierschutzindikatoren: Leitfaden für die Praxis – Geflügel". Die Einführung (PDF, 1 MB) des Leitfadens liefert Ihnen einen Einblick in das, was Sie bei der Erhebung der Indikatoren wissen sollten.
Den vollständigen Leitfaden können Sie im Shop bestellen (siehe rechte Spalte).

Ihr Vorteil: Im Leitfaden (gedruckte und digitale Version im Shop) sind die Indikatoren für Mastputen, Masthühner, Jung- und Legehennen zusammen enthalten. Sie finden dort auch die Aufstellung der zugrunde liegenden Literatur und die wichtigsten Gesetzestexte zum Thema. Die gedruckte Version des Leitfadens ist in einer stalltauglicher Ausführung, und zwar aus robustem Material mit abwaschbaren Seiten und stabiler Ringbindung.

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Vorschläge für die betriebliche Eigenkontrolle

Wissenswertes

Laut Tierschutzgesetz (§ 11 Abs. 8) ist eine betriebliche Eigenkontrolle seit Februar 2014 gesetzlich vorgeschrieben: Wer Nutztiere zu Erwerbszwecken hält, hat durch betriebliche Eigenkontrollen anhand von Tierschutzindikatoren sicherzustellen, dass die Anforderungen des § 2 TierSchG eingehalten werden. So sind Tiere u.a. angemessen zu ernähren, pflegen und verhaltensgerecht unterzubringen; die Möglichkeit zu artgemäßer Bewegung darf nicht einschränkt sein, sodass ihm keine Schmerzen oder vermeidbare Leiden oder Schäden zugefügt werden.

Weiterführendes

Tierschutzindikatoren für
- Legehennen
- Junghennen
- Mastputen

Eigenkontrolle Tierwohl

Erhebung Tierschutzindikatoren

Mit dieser Excel-Anwendung können Indikatoren zur Bewertung des Tierwohls gemäß den Methoden der Praxisleitfäden erhoben, verrechnet und dokumentiert werden.
Excel-Datei (1,3 MB) für Microsoft Excel® ab Version 2007 für Windows