Kosten der Ammoniak-Emissionsminderung durch N-angepasste Fütterung in der Mastschweinehaltung

Etwa 65 % des aufgenommenen Stickstoffs werden vom Tier nicht für den Ansatz verwertet und wieder ausgeschieden. Durch eine Anpassung der Proteinversorgung an den Bedarf der Tiere können Sie die Effizienz der N-Verwertung verbessern und damit die Stickstoffausscheidung und NH3-Verluste verringern. Eine Anpassung der Proteinversorgung erfordert jedoch eine Unterteilung der Mast in mehrere Abschnitte.

Eine deutliche Verringerung der N-Ausscheidungen und der NH3-Emissionen erreichen Sie bereits durch die Unterteilung der Mast in zwei Phasen. Bei einer täglichen Wachstumsleistung Ihrer Mastschweine von 800 g sinken die N-Ausscheidungen von 12,8 kg/(TP•a) in der konventionellen Einphasenmast auf 9,6 kg/(TP•a) in der Zweiphasenmast. Den höchsten Einspareffekt erreichen Sie jedoch mit einer Multiphasenfütterung. Durch eine Senkung des Rohproteinanteils auf 14 % und die feinere Abstufung zwischen den einzelnen Phasen werden die N-Ausscheidungen um ca. 30 % im Vergleich zur konventionellen Einphasenmast reduziert.

Durch die aufwändige Fütterungstechnik (zusätzliche Futtersilos, Zufuhrschnecken, Mischbehälter, zusätzliche Futterleitungen, Futteraufnahmetrichter, pneumatische oder elektrische Ventile) liegen die fixen Kosten für die Phasenfütterung über denen der Einphasenfütterung. Der Fixkostenanteil bei der konventionellen Einphasenmast und 1920 Tierplätzen ist mit 3,35 €/(TP•a) gegenüber der Multiphasenfütterung mit 6,76 €/(TP•a) nahezu halb so hoch. Bei den Futterkosten – dem treibenden Kostenfaktor in der Mastschweinehaltung - jedoch liegt die Multiphasenfütterung um 6.29 €/Tier niedriger als die Einphasenfütterung.

Die N-angepasste Fütterung stellt eine effiziente Maßnahme zur Minderung von NH3-Emissionen aus der Mastschweinehaltung dar. Sie führt bereits am Anfang der Verfahrenskette zu einer deutlichen Reduzierung der N-Ausscheidung und NH3-Emissionen. Für die Phasenfütterung sprechen neben Umwelt- auch Kostengründe. Durch die Reduzierung des Rohproteingehalts werden Futterkosten eingespart.

Technische Details und Kosten der Phasenfütterung finden Sie im Gesamtartikel von Robert Vandré et al.

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KTBL-/vTI-Tagung vom 8. bis 10. Dezember 2010 im Bildungszentrum Kloster Banz in Bad Staffelstein