Vorbeugender Brandschutz für Stallgebäude

Ställe und die darin gehaltenen Tieren stellen meist einen großen Teil des Kapitals eines landwirtschaftlichen Betriebes dar. Dass diese enormen Werte oder ganze Betriebsexistenzen in wenigen Minuten durch Brandschäden zerstört werden können, wird oft nicht bedacht oder verdrängt. Nicht zuletzt deshalb sollen zahlreiche Vorschriften und Empfehlungen helfen, Bausubstanz und Tiere vor solchen Katastrophen zu schützen. Nicht immer sind dafür große, teure Maßnahmen erforderlich, denn auch hier gilt: Vorbeugen ist besser als löschen.

Wie hoch die Anforderungen an den Brandschutz eines Gebäudes sind, hängt davon ab, ob sich darin Menschen und Tiere oder nur Gegenstände befinden. Während Sachen notfalls verbrennen können, fordern die Bauordnungen der Bundesländer bauliche Anlagen so anzuordnen und zu errichten, dass „die Rettung von Menschen und Tieren möglich ist". Das heißt, auch für Tiere gilt der Rettungsanspruch. Grundsätzlich sind die Anforderungen an den Brandschutz für Tiere jedoch niedriger als an den für Menschen.

Bei der Festlegung des Feuerwiderstands von Bauteilen müssen landwirtschaftliche Betriebsgebäude z. B. mindestens feuerhemmend (F-30) ausgeführt werden, wenn sie Aufenthaltsräumen für Menschen enthalten. Handelt es sich nur um Aufenthaltsräume für Tiere – also Ställe – wird kein besonderer Feuerwiderstand gefordert, solange eine Größe von z. B. 10 000 m³ nicht überschritten wird. In einigen Bundesländern gelten hier abweichende Grenzwerte.

Grundlegendes zu Brandschutzkonzepten sowie Flucht- und Rettungswegen ist im folgenden Artikel von Ernst Witzel nachzulesen.

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